Weingut Immich-Batterieberg

Zurück zu den Wurzeln, zurück an der Spitze

Das mitten in Enkirch gelegene, gut 7 ha große, Weingut Immich-Batterieberg gehört zu den ältesten Weingütern an der Mosel und hat mit einem karolingischen Kellergewölbe aus dem 10. Jahrhundert (!) auch architektonisch viel zu bieten. Nach turbulenten Jahren und einer Insolvenz übernahmen 2009 die Hamburger Familien Auerbach und Probst das Weingut. Sie begannen, den Akku im Batterieberg wieder aufzuladen und trafen mit Gernot Kollmann als Betriebsleiter eine überaus glückliche Personalentscheidung. Kollmann, mit lehrreichen Stationen u.a. bei Dr. Loosen, van Volxem oder beim Fürstlich Castell‘schen Domänenamt (Franken), hatte in Weinberg & Keller einiges umzugestalten. Heute steht „Immich-Batterieberg“ wieder auf einer Platzkarte an der langen, reichlich gedeckten Tafel der Mosel-Granden und sorgt insbesondere mit trockenen Rieslingen für Aufsehen. Ihre Enkircher Weinberge sind erhabene, teils extrem steile Schieferlagen, die im wahrsten Sinn des Wortes natürlich die Stilistik und den Charakter der Rieslinge prägen. Je steiler, desto weniger fruchtbare oder „fette“ Auflagen. Je weniger Lehm, desto mehr Schiefer. Je mehr karger Schiefer, desto mineralischer und finessenreicher der Wein. Es sind dies puristische Rieslinge mit einer transparenten Mineralität und einer hauchzarten Oxydationsnote. Keine Primärfruchtbömbchen für Jungweintrinker, sondern in den ersten Jahren „verschleierte“ Schönheiten mit hohem Reifepotenzial.

Das Weingut hat das große Glück, über Filetstückchen wie Ellergrub, Zeppwingert und Batterieberg mit teils uralten, wurzelechten Reben zu verfügen. Wobei die Monopollage Batterieberg, man ahnt es schon, durch seine Präsenz im Weingutsnamen, die berühmteste und wohl auch beste des Hauses ist. Ähnlich wie bei der Kupfergrube vom Gut Hermannsberg (Nahe) halfen hier Dynamit-Sprengladungen in den 1840iger Jahren der Natur auf die Sprünge, um eine optimale Hangneigung und -ausrichtung zu erreichen. Offenbar mit schnellem Erfolg, denn bei der „Preußischen Lagenklassifikation“ von 1868 wurden Parzellen in die höchste Kategorie eingestuft. In den gutseigenen Lagen finden sich seltene Schätze der Natur: uralte, wurzelechte Reben! Bei diesen in traditioneller Einzelpfahlerziehung kultivierten „Senioren“ mag eine aus Winzersicht bedauerliche Ertragsreduzierung einhergehen, der Stoff selbst, den diese Pflanzen liefern, entschädigt für alle Knochenarbeit. Sie lassen unvergleichliche Weine mit natürlich eingebautem Kopierschutz entstehen.

Zum Glück gab’s hier den Weinbau vor jeder Machbarkeitsstudie. Dass hier nur reine Hand- und Fußarbeit möglich sind, versteht sich von selbst. Der Aufwand, der in den vornehmlich von grauem und blauem Devonschiefer geprägten Steillagen zu betreiben ist, zieht auch den Enthusiasten irgendwann hinunter in die Ebene eines nüchternen Kosten-Nutzen-Denkens. „Wir investieren in unseren Steillagen etwa 1.700 Arbeitsstunden pro Hektar und Jahr in die ökologische Bewirtschaftung der Weinberge“, sagt Betriebsleiter Gernot Kollmann. Mal so zum Vergleich: In flachen Lagen reichen bei „normaler“ Pflege der Rebanlagen um die 450 Stunden, bei komplett mechanisierter Arbeit gar nur 150. Mit einem guten Moselriesling tun Sie sich also nicht nur geschmacklich etwas Gutes. Sie bieten durch ein „mit dem Kauf dieser Flasche unterstützen Sie den sehr aufwändigen Erhalt des UNESCO-Weltkulturerbe Moseltal“, einen unschätzbaren Mehrwert. Prosit!

Den Rieslingen des Hauses ist ein gewisser Purismus eigen. Sie haben einen guten Zug zum Gaumen, besitzen eine vibrierende Frische und eine schmeckbare Mineralität. Die Sponti-Weine gehen gerade in jungen Jahren nicht so flott ins Ohr wie Peter Alexander und profitieren von einer mehrjährigen Flaschenreife.

Das Weingut Immich-Batterieberg in Zahlen & Fakten:
Ort: Enkirch
Anbaugebiet: Mosel
Rebfläche: 7,5 Hektar
Geologie: grauer & blauer Devonschiefer, partiell auch Rotschiefer
Toplagen: Enkircher Batterieberg (Monopol), Ellergrub, Zeppwingert, Steffensberg
Rebsortenspiegel: 95% Riesling, 5% Spätburgunder
908 n. Chr. erste urkundliche Erwähnung des Gutsgebäudes (teils erhalten)
12 Jh. im Besitz der Fürsten von Esch, Ausbau des Gutsgebäudes zur „Escheburg“
1425: Übernahme durch die Familie Immich (Besitzer bis 1989)


Hier finden Sie unsere Wein-Auswahl vom Weingut Immich-Batterieberg:

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