09.08.10 – Weingut Salwey

Ein Klassiker – am Kaiserstuhl und im Weinladen Schmidt-Sortiment

salwey_220x189Etwas unausgeschlafen, aber hoch motiviert ging es am nächsten Morgen weiter Richtung Oberrotweil. Mit rund 40 ha erwartet uns hier zwar schon eine andere Dimension, familiär geht’s aber auch hier zu! Beeindruckender als mit der Besichtigung des Felsenkellers kann eine Weingutsbesichtigung nicht beginnen. Ein 1997 errichteter, in den Kaiserstühler Lössboden gehauener Lagerstollen. Was für ein Liebesbeweis für die eigenen Weine!
Das Weingut ist nicht nur am Kaiserstuhl ein Klassiker, sondern auch im Weinladen. Als das VDP-Gründungsmitglied in unser Sortiment aufgenommen wurde, war der Senior Wolf-Dietrich Salwey noch weitgehend Alleinunterhalter. Im Jahre 2001 zum „Winzer des Jahres“ (Alles über Wein) gekürt, wurde er im Jahr darauf länger krank und überließ Sohn Konrad die Weißweinherstellung. Heute hat der Geisenheim-Absolvent schon lange die Gesamtregie im Weingut übernommen. Es macht riesigen Spaß mit diesem lausbübischen Jungwinzer (obwohl auch Konrad schon einige frühjährliche Austriebe erlebt hat, darf man ihn wohl noch so beschreiben) unterwegs zu sein. Ab also in die Weinberge, die gerade am Kaiserstuhl spektakuläre Bilder einer Natur- und Kulturlandschaft bieten. Konrad Salwey zuzuhören ist ein Vergnügen. Er redet nicht viel und hat dennoch viel zu sagen. Da ist einer nicht „cool“, sondern richtig gelassen! Stress scheint es hier weder für die Weinreben, noch für den Winzer zu geben. Schön wär’s…
Wie beachtlich und umfangreich die salweysche Kollektion ist, durften wir bei der anschließenden Verkostung der neuen Weine feststellen. Da den Überblick zu behalten ist eine ebenso schöne wie anspruchsvolle Übung. Die Spätburgunder aus Nullacht haben noch etwas Zupackendes mit kompakter Tanninstruktur. Sie sind glücklicherweise ebenso wenig pure Primärfruchtoasen wie die Grau- und Weißburgunder. Just als Konrad Salwey, dessen Humor ebenso trocken wie seine Burgunderweine daherkommt, uns die Grossen Gewächse vorstellen will, wird die Herrenrunde deutlich jünger und schöner, da uns mit der jüngsten Tochter Konrads ein „Kleines Gewächs“ bereichert.

[Wann gab es hier eigentlich den letzten schlechten Jahrgang??? Das Weingut könnte Pars pro Toto für die Entwicklung im deutschen Weinbau stehen: ein guter bis sehr guter Jahrgang folgt dem anderen und will man als Händler von seinen Kunden ernst genommen werden, sollte man nicht aus jeder zweiten Ernte einen Jahrhundertjahrgang machen. „Eine Peitsche, die immer knallt, achten die Pferde nicht…“]

Wie oben erwähnt, lernten wir eine geschlossene Kollektion auf sehr hohem Niveau kennen, selbst der Glottertäler Riesling (sorry, aber normalerweise gibt es ja beeindruckende Rieslinge und es gibt badische) war wirklich Klasse.

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