09.08.10 – Weingut Seeger

Unsere vierte Station: das Weingut Seeger

seeger_220x189Mit ziemlich peinlicher Verspätung (an der eindeutig die Gastfreundschaft der Salweys schuld war!) ging’s weiter Richtung Norden. „Badische Bergstraße“ klingt immer noch ein wenig exotisch. Dass wir hier noch im gleichen Anbaugebiet sind wie am Kaiserstuhl, muss einem schon das Weingesetz sagen. Thomas Seeger wiederum ist schuld daran, dass wir unser Herz nicht in Heidelberg, sondern in Leimen verloren haben! In diesem Tennis- und Traubenstädtchen ist einer der charismatischsten Winzer zu Hause, der sympathischerweise kein Brimborium um seine Weine macht. Wie immer ist es schön, vor der Verkostung gemeinsam mit dem Winzer zum Entstehungsort der Weine zu gehen. Sein „Herrenberg“ erstreckt sich dabei über die Städte Heidelberg und Leimen. Vornehmlich aus Muschelkalk und Lösslehm bestehen die Böden und bieten den Grund für die intensiven, komplexen und feinmineralischen Weine Seegers. Es gibt bestimmt nicht viele Väter, die froh sind, wenn ihr Sohn nicht Medizin studiert. Bei Thomas Seegers Vater war das der Fall. Ahnte der schon was vom großen Talent seines Sohnes, der in 12. Generation das traditionelle Familiengut in neue Sphären kelterte?

Seit vielen Jahren ist Thomas Seeger Harley-Davidson-Fan, doch wenn es um seine Weine geht, achtet er sorgsam darauf, dass sie nicht als getunte Wonneproppen mit zuviel PS an den Start gehen. Über die Jahre hat Seeger eine Virtuosität im Holzeinsatz erlangt, die ihresgleichen sucht. Auch bei diesem 8 ha großen Weingut heißt es allerdings oft „Leider schon ausverkauft, probieren Sie es nächstes Jahr wieder!“ Dem Winzer gönnt man ja so was, aber uns…

Wenn man überhaupt von Basis- oder Einstiegsweinen reden mag, gibt es in dieser Kategorie wohl kaum ein Weingut mit einer höheren Qualität. Schon allein das reicht zum Ritterschlag! Auf der anderen Schulterseite Seegers sinken nahezu jährlich sanft die Schwerter herab, um ihm für grandiose Rotweine zu huldigen. Ob beim feinfruchtigen Schwarzriesling, beim opulenten Lemberger oder bei der Königsdisziplin Spätburgunder, die Titelsammlung dürfte die eines anderen Leimeners locker übertreffen, aber für den wären Seegers Böden ja auch viel zu langsam gewesen…

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